NGO-IDEAs

Süd-NRO sind oftmals in einem Zwiespalt, ihren Geldgebern sachlich und begrifflich komplexe Projektanträge und Berichte präsentieren zu müssen und zugleich ihre Zielgruppen in Planung, Monitoring und Evaluierung einbeziehen zu wollen. Das Ergebnis ist häufig, dass mit den Geldgebern konsistente Planungen mit Details zu Aktivitäten und Indikatoren abgestimmt werden, an denen die Zielgruppen aber nicht beteiligt sind. Erwartete Wirkungen sind oft abstrakt beschrieben und nicht operational zu messen.

Bei der Durchführung ihrer Projekte orientieren sich Süd-NRO sehr stark an den geplanten Aktivitäten und Outputs; die hierauf bezogene Erfolgsmessung prägt auch die Berichterstattung an deutsche Partner. Die Wirksamkeit eines Projekts wird zwar wahrgenommen, kann aber oft nicht entsprechend beschrieben und mit zuverlässigen Daten belegt werden.

Das NGO-IDEAs Konzept bietet den NRO und ihren Zielgruppen ein Set von vier Methoden an, mit denen sie Wirkungen selbst beobachten und reflektieren können. Hieraus können sie Konsequenzen für ihre weitere Projektarbeit ziehen. Folgende Instrumente sind in der „Impact Toolbox“ enthalten:

-        PWR – Participatory Well-being Ranking: gruppiert die Haushalte nach Wohlstands / Armuts-Merkmalen

-        SAGE – Situational Analysis and Goal Establishment: erfasst Veränderungen bei Einzelpersonen und Haushalten / Familien

-        PAG – Performance Appraisal by Groups: erfasst Veränderungen von Gruppen

-        PIAR – Participatory Impact Analysis and Reflection: dient der vertieften Analyse der Wirkungen und entscheidungsorientierten Reflexion anhand mehrerer Elemente

Hinsichtlich der Wirkungen wird ein besonderes Augenmerk auf Veränderungen von Einstellungen und Verhalten bei der Zielgruppe gelegt, wie etwa Empowerment und soziales Engagement, sowie auf Veränderungen in sozialer, ökonomischer und politischer Hinsicht. Die beobachteten Veränderungen werden sowohl qualitativ als auch quantitativ erfasst und aggregiert. Die Erfassung erfolgt mithilfe der durch die Zielgruppe und/oder die NRO gewählten Indikatoren personen-, haushalts- oder gruppenspezifisch. Zwei Verfahren zur Gender-differenzierenden Wirkungsermittlung werden in PIAR vorgeschlagen. Durch einfaches Filtern können die Wirkungen nach weiteren sozialen Kriterien disaggregiert werden, insbesondere hinsichtlich der Armuts-/ Wohlstandkategorien. Damit kann für jeden einzelnen Indikator differenziert werden, wie er sich beim ärmsten Teil der Zielgruppe entwickelt; eine sehr gezielte Feststellung des Beitrags zur Armutsminderung wird möglich. Ein dialogisches Verfahren der Analyse der Wirkungszusammenhänge gibt den NRO und Zielgruppen Anregungen, ihre eigenen Beiträge zu den Wirkungen zu verstärken.