Systemisch - Dialogisch - Interkulturell - Prozessorientiert

SYSTEMISCH

Wir verändern ein Element im System und damit verändert sich das gesamte System. Von daher ist es mir wichtig, immer genau zu schauen, wo mein Klient oder meine Klientin innerhalb ihrer Organisation im gesamten System stehen, und die Wirkungen möglicher Veränderungen gemeinsam auszuloten.


DIALOGISCH

Mehrere Akteure haben unterschiedliche Interessen und Wahrnehmungen. Im Dialog werden diese Unterschiede gemeinsam erkundet und bewertet. Es ist mein zentrales Anliegen, ins Gespräch zu kommen, zu erfahren, was die einzelnen Akteure wahrnehmen und welche Schlussfolgerungen sie ziehen. Unter einem gemeinsamen Projekt verstehe ich, einen gemeinsamen Lernprozess zu gehen, auch wenn sich die Interessen teilweise unterscheiden.


INTERKULTURELL

Die Beratung in anderen kulturellen Kontexten setzt voraus, dass keine eigenen kulturellen Maßstäbe übergestülpt werden. Auch wenn Organisationskulturen weltweit sich prinzipiell ähnlich sind, fordern ihre kulturellen Eigenarten immer wieder dazu auf, ihre wesentlichen Unterscheidungsmerkmale herauszuarbeiten. Dies gilt sowohl für den Profit-Bereich als auch für die an öffentlichen Belangen orientierten Akteure und Vereinigungen, die mit den Mitteln öffentlicher Einflussnahme auf den Staat und die Akteure des politischen Systems einwirken.


PROZESSORIENTIERT


In der Projektplanung gilt es im ersten Schritt immer, eine Vision zu haben, Ziele zu setzen, ohne dass wir bereits die einzelnen Schritte festgelegt haben. Und nicht alle Einzelschritte lassen sich im Voraus festlegen. Nach jedem Schritt muss mit allen Beteiligten geschaut werden, wie sich das Zusammenspiel und Miteinanderarbeiten auswirkt und welches die nächsten Schritte sein können. Wirkungsorientiertes Monitoring ist dafür ein wichtiges Instrument.


Methoden und Instrumente

Impact Plus hat in den letzten zwei Jahrzehnten wiederholt wesentlich Impulse im Bereich des partizipativen Projektmanagements gegeben, insbesondere hinsichtlich des Monitorings von Wirkungen.

Partizipatives Wirkungsmonitoring

PIM is especially suitable for self-help organisations and for NGOs who aim at members’ active participation in identification, planning, implementation and evaluation of their projects.

It is not necessary for outsiders to observe and evaluate activities. This often brings negative feelings and is seen as “control”. PIM encourages internal reflection and evaluation of activities by group members. Members will be motivated to assess the outcome of their efforts because they are most interested in the results of their activities.

Results from PIM are meant primarily for group members, to observe, assess and direct their own activities.

Another advantage is the reduction of information which has to be documented and interpreted. The danger of producing “data cemeteries” which are collected and stored, but not evaluated diminishes, since the group collects and documents the info itself.

Once or twice a year, there will be “Joint Reflection Workshops” with other groups at the same level of the organisation (horizontal exchange) or with other levels of the organisation (vertical exchange). Results of PIM are shared, so members can learn from each other and improve communication flow. Experiences with the PIM procedures are evaluated so the method can be improved.

 

Soziale Indikatoren

Mit der Wirkungsorientierung in Planung, Steuerung, Monitoring und Evaluierung wird oft gefordert, dass Erfolge messbar sein müssen. Dazu werden oft bereits im Planungsstadium Indikatoren entworfen, mit denen man hofft, die Wirkungen quantitativ und qualitativ messen zu können. Dies ist aber relativ schwierig: oft sind die Indikatoren nicht spezifisch oder relevant genug, metrische Messungen sind schwierig oder aufwändig durchzuführen, Messungen der Wirkungen auf die Zielgruppen – und erst recht der Veränderungen von Einstellungen und Verhalten – scheinen kaum machbar.

Impact Plus hat verschiedene Ansätze, um zu geeigneten Lösungen zu kommen:

  • Die Zielgruppen werden nach Möglichkeit einbezogen, um die Indikatoren zu entwickeln. Mit Instrumenten aus Participatory Impact Monitoring (PIM) und NGO-IDEAs werden Indikatoren entwickelt, die sowohl von der Zielgruppe selbst als auch von Externen gemessen und abgeglichen werden können.
  • Zusätzlich zu jedem quantifizierten Indikator entwickelt Impact Plus für jedes Beobachtungsfeld mit den Beteiligten „explorative Fragen“, d.h. offene Fragen, die regelmäßig gestellt werden können, um auch nicht im Indikatorensystem vorgesehene Veränderungen zu ermitteln.
  • Mit diesen Indikatoren werden auch immer differenzierte Fragen nach der Ursächlichkeit gestellt: was hat zu diesen Veränderungen beigetragen, was hat sie behindert.

Auf einem Formular zu Definition der Indikatoren wird jeweils dokumentiert, welche z.B. die Messeinheiten sind, welche Differenzierungen bei Erhebung und Auswertung erfolgen müssen, welches die Erhebungs- und Dokumentationsformen sind, wie diese in das Berichtswesen eingegliedert werden, und vieles andere mehr.

 

NGO-IDEAs

Süd-NRO sind oftmals in einem Zwiespalt, ihren Geldgebern sachlich und begrifflich komplexe Projektanträge und Berichte präsentieren zu müssen und zugleich ihre Zielgruppen in Planung, Monitoring und Evaluierung einbeziehen zu wollen. Das Ergebnis ist häufig, dass mit den Geldgebern konsistente Planungen mit Details zu Aktivitäten und Indikatoren abgestimmt werden, an denen die Zielgruppen aber nicht beteiligt sind. Erwartete Wirkungen sind oft abstrakt beschrieben und nicht operational zu messen.

Bei der Durchführung ihrer Projekte orientieren sich Süd-NRO sehr stark an den geplanten Aktivitäten und Outputs; die hierauf bezogene Erfolgsmessung prägt auch die Berichterstattung an deutsche Partner. Die Wirksamkeit eines Projekts wird zwar wahrgenommen, kann aber oft nicht entsprechend beschrieben und mit zuverlässigen Daten belegt werden.

Das NGO-IDEAs Konzept bietet den NRO und ihren Zielgruppen ein Set von vier Methoden an, mit denen sie Wirkungen selbst beobachten und reflektieren können. Hieraus können sie Konsequenzen für ihre weitere Projektarbeit ziehen. Folgende Instrumente sind in der „Impact Toolbox“ enthalten:

-        PWR – Participatory Well-being Ranking: gruppiert die Haushalte nach Wohlstands / Armuts-Merkmalen

-        SAGE – Situational Analysis and Goal Establishment: erfasst Veränderungen bei Einzelpersonen und Haushalten / Familien

-        PAG – Performance Appraisal by Groups: erfasst Veränderungen von Gruppen

-        PIAR – Participatory Impact Analysis and Reflection: dient der vertieften Analyse der Wirkungen und entscheidungsorientierten Reflexion anhand mehrerer Elemente

Hinsichtlich der Wirkungen wird ein besonderes Augenmerk auf Veränderungen von Einstellungen und Verhalten bei der Zielgruppe gelegt, wie etwa Empowerment und soziales Engagement, sowie auf Veränderungen in sozialer, ökonomischer und politischer Hinsicht. Die beobachteten Veränderungen werden sowohl qualitativ als auch quantitativ erfasst und aggregiert. Die Erfassung erfolgt mithilfe der durch die Zielgruppe und/oder die NRO gewählten Indikatoren personen-, haushalts- oder gruppenspezifisch. Zwei Verfahren zur Gender-differenzierenden Wirkungsermittlung werden in PIAR vorgeschlagen. Durch einfaches Filtern können die Wirkungen nach weiteren sozialen Kriterien disaggregiert werden, insbesondere hinsichtlich der Armuts-/ Wohlstandkategorien. Damit kann für jeden einzelnen Indikator differenziert werden, wie er sich beim ärmsten Teil der Zielgruppe entwickelt; eine sehr gezielte Feststellung des Beitrags zur Armutsminderung wird möglich. Ein dialogisches Verfahren der Analyse der Wirkungszusammenhänge gibt den NRO und Zielgruppen Anregungen, ihre eigenen Beiträge zu den Wirkungen zu verstärken.

 

Monitoring der eigenen Wirksamkeit / NGO-IDEAs

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